Samstag, 10. Dezember 2011

Wie sich bald herausstellte, hätte ich die Pause sowieso einlegen müssen, da am Donnerstag hier Feiertag war und dementsprechend auch Freitag gleich alles geschlossen bleibt. Zwangspause also. Die habe ich dann auch gleich genutzt, um mich als Tourist zu betätigen. Donnerstag ein wenig Sightseeing in Buenos Aires und Freitag war ich dann in Tigre. Tigre ist ein ca. 1 Std. von Buenos Aires entferntes großes Flussdelta und beliebter Ausflugsort der Porteños (Einwohner von Buenos Aires). An diesem Tag schienen auf jeden Fall die ganzen 13 Millionen Porteños auf die gleiche Idee gekommen zu sein, wie ich. Dementsprechend verbrachte ich die Hinfahrt im Zug auf Zehenspitzen stehend, eingeklemmt wie die Sardinen, ständig darum bemüht, noch Bodenhaftung und meine Tasche zu behalten. Ähnlich voll war es dann auch im Ort selbst und an den Schaltern der Bootstouren. Mein erster Gedanke war eigentlich nur, zurück mit dem nächsten Zug, aber ich fand dann doch noch eine Bootstour, bei der ich nicht allzu lange warten musste und die mich dann entspannt durch die ganzen Flussarme geschippert hat. Hier stehen überall teilweise sehr aufwendige und nette Häuser auf Stelzen. Die meisten davon sind ganz normal bewohnt, manche allerdings sind Hotels oder Restaurants und man kann anlegen und eine Zeit verweilen, im Wasser planschen, Ruderboot oder Kayak fahren, etc. Alles recht nett, aber lieber noch mal, wenn weniger Besucher da sind. 






Heute war auch wieder einiges los, da Christina Kirchner, die Präsidentin, nur zwei Blocks von mir entfernt wieder vereidigt wurde. Dementsprechend war natürlich jeder unterwegs. Alles war abgesperrt und voller Polizei, Militär, Hubschrauber, berittene Staffeln, Demonstranten aus allen Lagern. Überhaupt, Demos, eines der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Argentinier. Es vergeht kaum ein Tag in dem ich nicht in einen protestierenden Mop stolpere. Egal wogegen.
Ansonsten vertreibe ich mir die Zeit damit, mir Buenos Aires genauer anzuschauen und schon mal potentielle Wohngebiete zu erkunden. Palermo wäre sehr nett, Ricoletta auch, aber egal mit welchem Gehalt ich rechnen könnte, wohl nicht zu finanzieren. Morgen werde ich mir nochmal San Telmo, meinen früheren Favoriten anschauen. Und Montag geht es dann wieder zurück an die Jobsuche. 


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