Dienstag, 31. Januar 2012

So, auch noch mal ein Eintrag von mir. Allerdings ohne große Neuigkeiten. Wir haben schön das chinesische Neujahr in China Town begrüßt, mit allem was dazu gehört: Drachentanz, Löwentanz, etc.





Chinatown ist zwar relativ klein, aber es gibt sehr viele Asiaten hier und es waren auch sehr viele Leute unterwegs. Das war dann alles auch gleich so asiatisch, dass wir unglaubliche Lust auf Sushi bekommen haben. Das gab es aber an dem Tag nicht in China Town (sonst schon, obwohl japanisch :-) ) , so dass wir dafür nach Palermo mussten. 



Dort war dann auch unser nächster geplanter Stop fürs Open Air Kino. Sehr nett im Park mit einer Abteilung für Autokino und einer mit Sitzplätzen für uns "Fußgänger". Hätte also alles prima sein können, wenn der Film nicht sooo argentinisch und gleichzeitig so politisch gewesen wäre. Ich hatte nach relativ kurzer Zeit nur noch Rauschen auf den Ohren, da ich echt nichts verstanden habe und habe mich damit begnügt, Bilder zu gucken. Selbst Regi (deren Muttersprache Spanisch ist) hatte Schwierigkeiten allem zu folgen. Da dadurch die Grundlage für eine intensive inhaltliche Diskussion des Films fehlte, haben wir anschließend einfach so noch ein Bier getrunken.
Sonntags war ich mit drei anderen Leuten in Mataderos, wo wir einen großen Gaucho-Künstlermarkt wähnten. Der findet allerdings wegen der Sommerferien zur Zeit sonntags nicht statt. Also gesellten wir uns in eines der Cafés zu den bereits ziemlich angetrunkenen Locals, lauschten bei Bier und Empanadas ein wenig Live Musik, bevor wir auf die Idee kamen, wieder zurück in die Stadt zu fahren um dort noch ein paar Runden Billard zu spielen. Da soll noch einer sagen, wir könnten nicht improvisieren. :-)
Anfang der Woche hatte ich dann noch Hoffnung, dass die im letzten Blog bereits erwähnte Firma mich mal anrufen würde, bzw. ich endlich die zuständige Person an die Strippe bekommen würde. Die Hoffnung habe ich mittlerweile aufgegeben. Keine Chance. :-( Dafür hatte ich am Dienstag mein drittes Vorstellungsgespräch. Hatte mich morgens auf eine Stelle bei einer Vermittlungsfirma beworben und durfte abends gleich zum Vorstellungsgespräch antanzen. Das war auch wieder eine ganz neue Variante. Sehr interessant. Das Gespräch war auf Spanisch und Englisch, was ja alles ok war. Aber dann kam der Psychokram. Ich musste malen, und zwar zuerst irgendwelche Kreise, Quadrate, Wellenlinien und Punkte abmalen (aber alles nur auf einem Blatt! Uhhhh!). Danach musste ich eine Person im Regen zeichnen und noch 5 Sätze zu dieser Person schreiben. Hab mich köstlich amüsiert. Leider hat mich danach nie wieder jemand angerufen....??!!! Sollte ich mir Gedanken machen... Nein, an meinen Zeichnungen lag es nicht. Es war eher mein holpriges Spanisch. Das hab ich diesesmal nämlich gleich mal gefragt. Bei so Vermittlungsfirmen kann man das ja tun. Vielleicht waren meine Zähne auch nicht weiß genug, der Job wäre für Colgate gewesen...??? Na ja, wieder eine Erfahrung reicher. Seit dem hab ich zwar die ein oder andere Bewerbung noch losgeschickt, aber kein Schwein ruft mich an... Also weiter Warten auf Februar.
Am Donnerstag konnte ich dann die Fingerfertigkeit der Buenos Aires Diebe fast am eigenen Leib erfahren. Ich war gegen 20 Uhr mit Maria, einer sehr netten Deutschen aus meinem Hostel, auf einer der Hauptstraßen in unserem Viertel unterwegs und wir sind die ganze Zeit gegangen, es war kein Gedränge und es gab auch keinerlei komische Vorkommnisse, als sie plötzlich merkte, dass ihr Rucksack offen war und das Geld herausgeklaut war. Chapeau! Keine von uns hat auch nur irgendwas gemerkt. Wahrscheinlich, als wir an einer Ampel gewartet haben. Das war ein echtes Scheißgefühl! Gestern haben sie in der U-Bahn Station versucht, Regi zu beklauen, aber sie hat es gemerkt und den Dieb mit allen ihr bekannten mexikanischen Verwünschungen zum Teufel gejagt (und das sind viele :-) ) Da wäre ich dann wieder gerne dabei gewesen. Aber, die Einschläge kommen immer näher. Hoffe, ich bin nicht die nächste. 
Freitag haben wir Australia Day gefeiert (ok, einen Tag zu spät, war aber trotzdem nett). Erst in einem Pub, wo viele auch schön in gelb-grün (den australischen Nationalfarben) gekleidet waren. Ich natürlich nicht. Mehr als ein Dunkellila oder ein fröhliches Anthrazit, neben dem obligatorischen Schwarz gibt meine Kleiderauswahl nicht her. Wir durften aber trotzdem mitfeiern. War aber für australische Verhältnisse alles sehr gesittet. :-) 



Gegen 2 kamen wir dann auf die Idee, noch in einen Club weiter zu ziehen, was dann auch ganz lustig war. Trotz der teilweise fragwürdigen Musikauswahl haben wir getanzt bis 5:30 Uhr. Als wir den Club dann verließen, war es drinnen immer noch brechend voll. Keine Ahnung, wann die zu machen. Alles in allem eine sehr unterhaltsame, wenn auch leider nicht beruflich erfolgreiche Woche. Ehrlich gesagt, sogar etwas zu unterhaltsam für meinen Magen. Der scheint sich nämlich an dem vielen Alkohol zu stören, so dass diese Woche erst mal Pause ist :-)
Seit gestern bin ich stolzer Besitzer einer SUBE Karte. Das ist ein elektronisches, wieder aufladbares Busticket, das einem das ständige Münzen-Horten erspart. Außerdem gibt es Gerüchte, dass ab Anfang Februar die Preise für Busse 400 % steigen sollen, aber für Besitzer dieser Karte nicht. Deshalb gibt es gerade natürlich einen derartigen Run auf die Ausgabestellen, dass ich mich entspannt in eine Schlange einreihen durfte, die einmal über den ganzen Plaza de Mayo ging. Aber es ging erstaunlich schnell vorwärts und ich hab ohne Murren ein Kärtchen bekommen.  
Heute war ich dann noch mal auf Klinken-Putz-Tour und musste feststellen, dass mich niemand bisher so abgekanzelt hat wie eine der deutschesten Institutionen überhaupt: das Goethe Institut. Man war das ne Zicke! Da wird einem gleich der richtige Eindruck der deutschen Herzlichkeit vermittelt.... 
Ansonsten plagen mich zur Zeit geradezu obsessive Gedanken an Käse. Es wird Zeit, dass ich Läden finde, in denen der Käse schmeckt wie Käse und nicht wie chemischer Füllstoff.  Diese Läden gibt es auch. Der Käse ist komplett importiert und bei den Preisen wird einem schwarz vor Augen. Joghurt ist nicht viel besser. Es gibt kaum Auswahl (Erdbeer und Vanille) und jeder bisher probierte war schlecht. Genau genommen ist der Aufenthalt hier essenstechnisch noch keine Offenbarung. Aber das kenne ich ja schon. Wein, Eis, Schokolade und gerüchteweise Fleisch können sie hier, aber der Rest.... Aber, ich bin ja auch nicht zum essen hier. Deshalb will ich auch gar nicht weiter meckern. :-)
Bis zum nächsten Mal
Britta






Samstag, 21. Januar 2012


So, heute auch noch mal ein Eintrag von mir. Auch wenn ich sagen muss, dass in den letzten Tagen eigentlich nicht wirklich viel passiert ist. Vielleicht hätte ich Alfredo doch glauben sollen, als er sagte, im Januar ist Buenos Aires tot. Jobtechnisch hat sich leider bisher gar nichts getan. Von dem Vorstellungsgespräch hab ich wie erwartet nie wieder was gehört. Ich habe meine Suche nun auf internationale Firmen ausgeweitet, mal sehen, ob sich da etwas tut. Zur Zeit hoffe ich sehr, zu einem Vorstellungsgespräch auf einen konkreten Job eingeladen zu werden, der mich sehr interessieren würde. Also bitte Daumen drücken :-) Ansonsten ist einfach Abwarten angesagt...  Die Wartezeit vertreibe ich mir mit Sightseeing oder ich treffe mich mit Regi (die genau wie ich auf Jobsuche ist) und/oder anderen Internationalen. Ab und zu ist sogar mal eine Argentinierin dabei :-)) Im Zeichen der Integration sollte das wohl auch so sein... Und drei Tage dieser Woche war ich auch immer sehr froh, sobald ich mein Haus verlassen konnte, da das Hostel von einer Familie mit einem 2jährigen Kind heimgesucht wurde. Dieses Kind hat nicht eine Sekunde aufgehört zu reden! Und das ist jetzt keine Übertreibung. Betty die Hostelbesitzerin hat es "Máquina de hablar" getauft, die Sprechmaschine... Ich war mehrfach kurz vorm Amok laufen. Deshalb war Flucht sicher die bessere Lösung. :-) So hat mich die letzte Woche nach Recoletta geführt, wo ich den berühmten Friedhof mit dem Grab von Evita (enttäuschend klein und unscheinbar im Vergleich zu den anderen Prunkgräbern) besucht habe, gefühlt zusammen mit einer deutschen Kleinstadt die sich aus mehreren Touristenbussen wälzte. 
 




Ein paar Straßen weiter gibt es dann die Floralis Generis, eine Metallkonstruktion die aussieht wie eine große Blüte und sich, als sie noch funktionierte, abends schloss und morgens wieder öffnete. 






Des Weiteren war ich im Reserva Ecologica, einer riesigen Grünfläche am Ufer des Rio de la Platas in der man stundenlang umherwandern kann und die ein Schutzgebiet für Vögel ist. Wenig Vögel gesehen, aber einen netten kleinen Sonnenbrand bekommen. :-) 





Was zur Zeit sehr schön ist, ist der Verano en la ciudad (Sommer in der Stadt). Das sind jede Menge kostenlose Open-Air Veranstaltungen über Buenos Aires verteilt: Konzerte, Theatervorführungen, open-air Kino, etc. Davon stand bereits einiges auf dem Programm. Am Donnerstag wollte ich mit Regi eigentlich eine Luft-Tango-Show sehen. Wie sich herausstellte hatte man aber wohl das Programm geändert oder es stand falsch im Internet und wir sind bei einer sehr experimentellen Literatur-Lesung mit noch experimentelleren Musikbegleitung gelandet. Da hat selbst der Liter Quilmes nicht geholfen, den wir dabei hatten. Aber es war eine Erfahrung... Heute steht noch ein Besuch im Barrio Chino (China town) an, wo wir uns die Festlichkeiten zum am Montag beginnenden neuen chinesischen Jahr des Wasserdrachens anschauen werden und später Open-Air Kino. Tja, wenn sich die Jobsuche mal genauso einfach gestalten würde, wie mein Sozialleben.. Aber ich will nicht meckern. Es gibt Schlimmeres als bei konstant über 30 Grad in Buenos Aires viel Zeit zu haben, um sich Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen oder neue Cafés und Kneipen anzuschauen.... :-)




Bis demnächst 
Britta

Mittwoch, 11. Januar 2012

Tja, was soll ich sagen. Das Vorstellungsgespräch war gefühlt für die Katz. Hatte nicht mal einen Trainingseffekt. Anstelle der erwarteten knallharten Business Tussi hatte ich mein Gespräch mit einer eher mopsiger Dame mittleren Alters die nur recht uninteressiert ein paar beiläufige Fragen gestellt hat. Und wenn ich selbst nicht so viele Fragen gehabt hätte, wäre das Gespräch schon nach 10 Minuten, statt wie letztendlich nach 15 Minuten beendet gewesen. Keine Ahnung was das sollte und wie die sich so auch nur annähernd ein Bild machen konnte. Selbst wenn das nur ein erstes Kennenlernen für die Vorauswahl sein sollte. Ich hatte nicht mal ne Chance zu versagen... Und das wo ich den ganzen Tag vorher gepaukt hatte. Ich hatte Antworten auf alle Fragen: "Wo wollen Sie in 5 Jahren sein?", "Wenn Sie ein Tier wären, welches wären sie?" etc. und dann ... NIX! Ziemlich frustrierend! :-(  Dementsprechend demotiviert habe ich irgendwie auch das WE verbracht. Konnte mich irgendwie nur zu einem Kinobesuch aufraffen, zu mehr hat es nicht gereicht. Am Montag und Dienstag habe ich dann die letzten deutschen Firmen in meinem mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbaren Einzugskreis mit meinen Bewerbungsunterlagen beglückt. Das heisst Dienstag hatte ich es vor. Es stellte sich nur heraus, dass sich die erste Firma mit der Hausnummer 38 etwas schwierig (genau genommen gar nicht) finden ließ, da die korrekte Straße im korrekten Viertel leider erst bei der Hausnummer 900 anfing. Verstehen muss ich das nicht. Da es durchaus üblich ist, dass Straßen hier einfach irgendwo aufhören oder die Hausnummer 1383 in einem Viertel und die Hausnummer 1385 in einem Vorort von Buenos Aires liegen, habe ich aufgehört mir darüber Gedanken zu machen. Die zweite Firma an diesem Tag gab es dann leider gar nicht mehr (Danke liebe Außenhandelskammer für diese aktuellen Daten!). Tja, das magenta T hatte scheinbar schon längere Zeit aufgehört hier zu leuchten... Was vielleicht erklärt, warum SMS aus dem D1 Netz nicht bei mir ankommen... Alle anderen aber schon.... Fragen über Fragen... 
Insgesamt habe ich mich jetzt bei ca. 55 Firmen beworben, hatte 2 Vorstellungsgespräche und bin nun fertig mit Klinken putzen. Jetzt heißt es abwarten und hoffen, dass die Ferienflaute bald vorbei ist. In den nächsten Tagen werde ich dann wohl mit dem Abtelefonieren anfangen.
Ansonsten ist nicht wirklich viel passiert. Ich habe meine Zeit mit Krankenbesuchen bei Regina verbracht und gestern war ich noch mal auf einer letzten Milonga mit Julie der Amerikanerin, die morgen abreist. Habe sogar einmal getanzt. Mein Tanzpartner war zum Glück ein deutscher Tangolehrer, der mir dann wenigstens gleich in der Muttersprache sagen konnte, was ich falsch mache :-D
Wettertechnisch hatten wir in den letzten Tagen schnuckelige 39 Grad tagsüber und 30 Grad nachts. Da brauchte selbst ich keine 2 Decken mehr und hab vorgestern zum ersten Mal den Ventilator im Zimmer angemacht. Letzte Nacht fing es dann aber an zu regnen und das Ganze hat sich jetzt abgekühlt auf frische 27 Grad.
Was kann man sonst noch aus Buenos Aires berichten. Die Kosten für die U-Bahn sind von einem Tag auf den anderen um 125 % angestiegen. "Unserer" Präsidentin wurden wegen Verdacht auf Krebs Teile der Schilddrüse entfernt, war aber falscher Alarm. Kann ja mal passieren. Der Rest ist der normale Wahnsinn. 
Demnächst dann wieder Neues vom anderen Ende der Welt. 
Britta

Donnerstag, 5. Januar 2012

So, hier der erste Eintrag für 2012. Ich hoffe Ihr seid alle genauso gut ins neue Jahr gekommen wie ich. Obwohl das ja am 30.12. noch überhaupt nicht danach aussah. Meine größte Silvester-Hoffnung (eine Halb-Mexikanerin-Halb-Holländerin) fiel leider kurzfristig aus. Das war nicht nur ein Drama, weil sie einfach großartig ist und ich super gerne mit ihr ins neue Jahr gefeiert hätte, sondern auch der Grund dafür. Sie hatte Donnerstag Abend eine Not-OP in der Clinica Alemana und ist jetzt erst mal die nächsten Wochen außer Gefecht gesetzt. Ich habe sie direkt am Freitag besucht und es war schon ein kleiner Schock sie da im Bett zu sehen mit der 6. Blutkonserve im Arm. Aber es ist zum Glück alles gut verlaufen, sie ist bei bester Laune wie immer und wir haben schon überlegt, dass Argentinien ihr jetzt eigentlich direkt die Staatsbürgerschaft geben müsste, nachdem sie so viel argentinisches Blut in sich hat :-)
Damit war aber natürlich nicht mein Party-Problem gelöst. Übrig blieben damit Julie, die Amerikanerin aus meinem Hostel und ich. Beide völlig planlos, was wir machen sollten. Samstag waren wir noch einmal zusammen in La Boca auf der berühmten Tourimeile "El Caminito". Nie wieder am WE! Ein Touristenbus nach dem anderen hat seine Ladung dort ausgespuckt und es war wie auf dem Rummel. Furchtbar! In der Woche ist es total ruhig dort. Anschließend haben wir uns an die Planung gemacht, was wir denn an diesem Abend so machen wollten. Erst mal essen gehen war der Plan. Der löste sich ziemlich bald in Wohlgefallen auf, nachdem wir jede Menge Restaurants abtelefoniert hatten und ich später noch eine Stunde um den Block gelaufen war, und wir feststellen mussten, dass ALLES entweder um 18 Uhr zu macht oder aber seit Wochen bis auf den letzten Platz ausgebucht war. Wir waren also prinzipiell am Arsch! Improvisieren war also angesagt. Und das konnten wir. Wir haben dann abends auf der Dachterrasse unsere Silvestermenü-Kreation bestehend aus Fertig-Empanadas und Quiche gefolgt von Käsekuchen mit Eis genossen und uns dann, ne Flasche Sekt im Gepäck, auf den Weg nach Puerto Maldonado gemacht. Auch hier hatte Buenos Aires beschlossen uns Steine in den Weg zu legen, indem es einfach keine U-Bahn mehr fahren ließ, obwohl wir vor 23:00 Uhr an der Haltestelle waren. Auch das Problem ließ sich durch ein Taxi lösen. Was ein reiner Glückfall war. Am Hafen genossen wir dann mit vielen (aber nicht zu vielen) anderen ein tolles Feuerwerk und unsere Flasche Sekt bevor wir uns zu Fuss durch die menschenleeren Straßen machten zu einem Club den wir uns vorab ausgeguckt hatten. Wie nicht anders zu erwarten, war dieser zu oder machte vielleicht erst um 2 oder 3 auf. Solange wollten wir nicht warten und beschlossen das Ganze in die Hände von Profis zu geben. Ein Taxifahrer sollte uns zu einem Club in Palermo bringen. Hat er auch erfolgreich getan und nach 40 Minuten anstehen (hier waren also die ganzen Leute) waren wir auch drin. Und blieben tanzenderweise bis 5:30 morgens. Mit Speed (dem lokalen Energydrink) und Wodka war es auch gar kein Problem so lange wach zu bleiben. Obwohl mir tanzen da durchaus reicht. Die ganze Aufmerksamkeit argentinischer Männlichkeit hätte ich nicht gebraucht, obwohl Julie (blond) glücklicherweise den größten Teil abbekommen hat. Ich muss noch herausfinden, welcher Teil von "no" missverständlich sein könnte....??? Zurück im Hostel saßen wir noch auf der Dachterrasse und wollten den Sonnenaufgang anschauen, aber die Sonne war wohl schneller, es war schon zu hell. Um 6 Uhr hieß es dann gute Nacht nach einer zwar improvisierten aber letztendlich großartigen Silvesternacht. Ein Jahr, das so beginnt, kann eigentlich nur gut werden.









Nach 3 Stunden war ich schon wieder auf den Beinen und der Tag dümpelt eigentlich mehr so vor sich hin. Draußen war mal wieder Geisterstadt angesagt und ich hab auch nicht so viel mehr geschafft, als Regina im Krankenhaus zu besuchen. 
Montag war wieder so ein Halb-Feiertag, den ich dazu genutzt habe, meine weiteren Bewerbungen vorzubereiten, zu drucken, etc. Außerdem war ich beim Friseur. Neues Jahr, neue Frisur. :-) Nee, so schlimm ist nicht. Obwohl es hätte sein können... Ich hab den Friseur nämlich beim besten Willen kaum verstanden. Zum Glück wusste er anscheinend was ich wollte, denn ich bin weder mit nem Irokesen-Schnitt noch blond rausgekommen, also alles gut. Abends waren wir dann noch mal auf einer Milonga. Ok, zuerst waren wir beim Mexikaner und haben nebenbei 2 Liter Sangria getrunken, aber der Alkohol war schnell weg, nachdem die Tanzstunde angefangen hatte. Man, das ist echt kompliziert. Vorbeugen, Knie beugen, Füsse schneller nach hinten, größere Schritte, Gewicht anders verlagern, erahnen, was der Mann gerade tanzen will und das Ganze mit ca. 2 cm Körperabstand, wenns hochkommt... Ich glaub ich bleib beim Salsa...! Dafür war das Konzert anschließend gut und Julie konnte tanzen. Ich wurde zum Glück für uns alle NICHT aufgefordert :-)
Dienstag hatte das Lotterleben dann wieder ein Ende und ich habe mich in den nächsten Tagen in die Vororte von Buenos Aires gewagt um meine Bewerbungsunterlagen zu verteilen. Ansonsten war ich bis auf Krankenbesuche auch abends brav zu hause. Heute war ich ebenfalls den ganzen Tag zu Hause und zwar um mich vorzubereiten. Worauf? Auf mein zweites Vorstelllungsgespräch, das ich morgen früh habe. Bin sehr gespannt wie es wird und was für ein Laden das ist. Davon werde ich dann im nächsten Eintrag berichten. 
Bis dahin, liebe Grüße
Britta