Mittwoch, 11. Januar 2012

Tja, was soll ich sagen. Das Vorstellungsgespräch war gefühlt für die Katz. Hatte nicht mal einen Trainingseffekt. Anstelle der erwarteten knallharten Business Tussi hatte ich mein Gespräch mit einer eher mopsiger Dame mittleren Alters die nur recht uninteressiert ein paar beiläufige Fragen gestellt hat. Und wenn ich selbst nicht so viele Fragen gehabt hätte, wäre das Gespräch schon nach 10 Minuten, statt wie letztendlich nach 15 Minuten beendet gewesen. Keine Ahnung was das sollte und wie die sich so auch nur annähernd ein Bild machen konnte. Selbst wenn das nur ein erstes Kennenlernen für die Vorauswahl sein sollte. Ich hatte nicht mal ne Chance zu versagen... Und das wo ich den ganzen Tag vorher gepaukt hatte. Ich hatte Antworten auf alle Fragen: "Wo wollen Sie in 5 Jahren sein?", "Wenn Sie ein Tier wären, welches wären sie?" etc. und dann ... NIX! Ziemlich frustrierend! :-(  Dementsprechend demotiviert habe ich irgendwie auch das WE verbracht. Konnte mich irgendwie nur zu einem Kinobesuch aufraffen, zu mehr hat es nicht gereicht. Am Montag und Dienstag habe ich dann die letzten deutschen Firmen in meinem mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbaren Einzugskreis mit meinen Bewerbungsunterlagen beglückt. Das heisst Dienstag hatte ich es vor. Es stellte sich nur heraus, dass sich die erste Firma mit der Hausnummer 38 etwas schwierig (genau genommen gar nicht) finden ließ, da die korrekte Straße im korrekten Viertel leider erst bei der Hausnummer 900 anfing. Verstehen muss ich das nicht. Da es durchaus üblich ist, dass Straßen hier einfach irgendwo aufhören oder die Hausnummer 1383 in einem Viertel und die Hausnummer 1385 in einem Vorort von Buenos Aires liegen, habe ich aufgehört mir darüber Gedanken zu machen. Die zweite Firma an diesem Tag gab es dann leider gar nicht mehr (Danke liebe Außenhandelskammer für diese aktuellen Daten!). Tja, das magenta T hatte scheinbar schon längere Zeit aufgehört hier zu leuchten... Was vielleicht erklärt, warum SMS aus dem D1 Netz nicht bei mir ankommen... Alle anderen aber schon.... Fragen über Fragen... 
Insgesamt habe ich mich jetzt bei ca. 55 Firmen beworben, hatte 2 Vorstellungsgespräche und bin nun fertig mit Klinken putzen. Jetzt heißt es abwarten und hoffen, dass die Ferienflaute bald vorbei ist. In den nächsten Tagen werde ich dann wohl mit dem Abtelefonieren anfangen.
Ansonsten ist nicht wirklich viel passiert. Ich habe meine Zeit mit Krankenbesuchen bei Regina verbracht und gestern war ich noch mal auf einer letzten Milonga mit Julie der Amerikanerin, die morgen abreist. Habe sogar einmal getanzt. Mein Tanzpartner war zum Glück ein deutscher Tangolehrer, der mir dann wenigstens gleich in der Muttersprache sagen konnte, was ich falsch mache :-D
Wettertechnisch hatten wir in den letzten Tagen schnuckelige 39 Grad tagsüber und 30 Grad nachts. Da brauchte selbst ich keine 2 Decken mehr und hab vorgestern zum ersten Mal den Ventilator im Zimmer angemacht. Letzte Nacht fing es dann aber an zu regnen und das Ganze hat sich jetzt abgekühlt auf frische 27 Grad.
Was kann man sonst noch aus Buenos Aires berichten. Die Kosten für die U-Bahn sind von einem Tag auf den anderen um 125 % angestiegen. "Unserer" Präsidentin wurden wegen Verdacht auf Krebs Teile der Schilddrüse entfernt, war aber falscher Alarm. Kann ja mal passieren. Der Rest ist der normale Wahnsinn. 
Demnächst dann wieder Neues vom anderen Ende der Welt. 
Britta

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