So, hier der erste Eintrag für 2012. Ich hoffe Ihr seid alle genauso gut ins neue Jahr gekommen wie ich. Obwohl das ja am 30.12. noch überhaupt nicht danach aussah. Meine größte Silvester-Hoffnung (eine Halb-Mexikanerin-Halb-Holländerin) fiel leider kurzfristig aus. Das war nicht nur ein Drama, weil sie einfach großartig ist und ich super gerne mit ihr ins neue Jahr gefeiert hätte, sondern auch der Grund dafür. Sie hatte Donnerstag Abend eine Not-OP in der Clinica Alemana und ist jetzt erst mal die nächsten Wochen außer Gefecht gesetzt. Ich habe sie direkt am Freitag besucht und es war schon ein kleiner Schock sie da im Bett zu sehen mit der 6. Blutkonserve im Arm. Aber es ist zum Glück alles gut verlaufen, sie ist bei bester Laune wie immer und wir haben schon überlegt, dass Argentinien ihr jetzt eigentlich direkt die Staatsbürgerschaft geben müsste, nachdem sie so viel argentinisches Blut in sich hat :-)
Damit war aber natürlich nicht mein Party-Problem gelöst. Übrig blieben damit Julie, die Amerikanerin aus meinem Hostel und ich. Beide völlig planlos, was wir machen sollten. Samstag waren wir noch einmal zusammen in La Boca auf der berühmten Tourimeile "El Caminito". Nie wieder am WE! Ein Touristenbus nach dem anderen hat seine Ladung dort ausgespuckt und es war wie auf dem Rummel. Furchtbar! In der Woche ist es total ruhig dort. Anschließend haben wir uns an die Planung gemacht, was wir denn an diesem Abend so machen wollten. Erst mal essen gehen war der Plan. Der löste sich ziemlich bald in Wohlgefallen auf, nachdem wir jede Menge Restaurants abtelefoniert hatten und ich später noch eine Stunde um den Block gelaufen war, und wir feststellen mussten, dass ALLES entweder um 18 Uhr zu macht oder aber seit Wochen bis auf den letzten Platz ausgebucht war. Wir waren also prinzipiell am Arsch! Improvisieren war also angesagt. Und das konnten wir. Wir haben dann abends auf der Dachterrasse unsere Silvestermenü-Kreation bestehend aus Fertig-Empanadas und Quiche gefolgt von Käsekuchen mit Eis genossen und uns dann, ne Flasche Sekt im Gepäck, auf den Weg nach Puerto Maldonado gemacht. Auch hier hatte Buenos Aires beschlossen uns Steine in den Weg zu legen, indem es einfach keine U-Bahn mehr fahren ließ, obwohl wir vor 23:00 Uhr an der Haltestelle waren. Auch das Problem ließ sich durch ein Taxi lösen. Was ein reiner Glückfall war. Am Hafen genossen wir dann mit vielen (aber nicht zu vielen) anderen ein tolles Feuerwerk und unsere Flasche Sekt bevor wir uns zu Fuss durch die menschenleeren Straßen machten zu einem Club den wir uns vorab ausgeguckt hatten. Wie nicht anders zu erwarten, war dieser zu oder machte vielleicht erst um 2 oder 3 auf. Solange wollten wir nicht warten und beschlossen das Ganze in die Hände von Profis zu geben. Ein Taxifahrer sollte uns zu einem Club in Palermo bringen. Hat er auch erfolgreich getan und nach 40 Minuten anstehen (hier waren also die ganzen Leute) waren wir auch drin. Und blieben tanzenderweise bis 5:30 morgens. Mit Speed (dem lokalen Energydrink) und Wodka war es auch gar kein Problem so lange wach zu bleiben. Obwohl mir tanzen da durchaus reicht. Die ganze Aufmerksamkeit argentinischer Männlichkeit hätte ich nicht gebraucht, obwohl Julie (blond) glücklicherweise den größten Teil abbekommen hat. Ich muss noch herausfinden, welcher Teil von "no" missverständlich sein könnte....??? Zurück im Hostel saßen wir noch auf der Dachterrasse und wollten den Sonnenaufgang anschauen, aber die Sonne war wohl schneller, es war schon zu hell. Um 6 Uhr hieß es dann gute Nacht nach einer zwar improvisierten aber letztendlich großartigen Silvesternacht. Ein Jahr, das so beginnt, kann eigentlich nur gut werden.
Nach 3 Stunden war ich schon wieder auf den Beinen und der Tag dümpelt eigentlich mehr so vor sich hin. Draußen war mal wieder Geisterstadt angesagt und ich hab auch nicht so viel mehr geschafft, als Regina im Krankenhaus zu besuchen.
Montag war wieder so ein Halb-Feiertag, den ich dazu genutzt habe, meine weiteren Bewerbungen vorzubereiten, zu drucken, etc. Außerdem war ich beim Friseur. Neues Jahr, neue Frisur. :-) Nee, so schlimm ist nicht. Obwohl es hätte sein können... Ich hab den Friseur nämlich beim besten Willen kaum verstanden. Zum Glück wusste er anscheinend was ich wollte, denn ich bin weder mit nem Irokesen-Schnitt noch blond rausgekommen, also alles gut. Abends waren wir dann noch mal auf einer Milonga. Ok, zuerst waren wir beim Mexikaner und haben nebenbei 2 Liter Sangria getrunken, aber der Alkohol war schnell weg, nachdem die Tanzstunde angefangen hatte. Man, das ist echt kompliziert. Vorbeugen, Knie beugen, Füsse schneller nach hinten, größere Schritte, Gewicht anders verlagern, erahnen, was der Mann gerade tanzen will und das Ganze mit ca. 2 cm Körperabstand, wenns hochkommt... Ich glaub ich bleib beim Salsa...! Dafür war das Konzert anschließend gut und Julie konnte tanzen. Ich wurde zum Glück für uns alle NICHT aufgefordert :-)
Dienstag hatte das Lotterleben dann wieder ein Ende und ich habe mich in den nächsten Tagen in die Vororte von Buenos Aires gewagt um meine Bewerbungsunterlagen zu verteilen. Ansonsten war ich bis auf Krankenbesuche auch abends brav zu hause. Heute war ich ebenfalls den ganzen Tag zu Hause und zwar um mich vorzubereiten. Worauf? Auf mein zweites Vorstelllungsgespräch, das ich morgen früh habe. Bin sehr gespannt wie es wird und was für ein Laden das ist. Davon werde ich dann im nächsten Eintrag berichten.
Bis dahin, liebe Grüße
Britta
Hi Britta, hört sich ja echt super an! Ich wünsch Dir auf jeden Falle ein super Jahr 2012!! In Köln war zwischen 23:30 Uhr und 1 Uhr der Ausnahmezustand und ein Raketen-Nebel wie im Krieg.... :-)) Anschließend waren wir noch bis 6 Uhr in der Kantine... LG, Hanno.
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